Jahrelang war ich die Frau, die scheinbar alles richtig machte.
Pflichtbewusst. Angepasst. Immer da, wenn jemand mich brauchte.
Ich konnte organisieren, mitdenken, vorfühlen und war dabei meist die, die zuletzt an sich dachte.
Nach außen lief alles wie geschmiert. Aber innen… war alles beige.
Beige Gedanken. Beige Routinen. Beige Tage.
Ein Alltag, in dem ich lebte, aber mich selbst kaum noch spürte.
Und ich wusste lange nicht, warum.
Ich dachte, ich müsste einfach dankbarer sein, oder mich weniger „anstellen“, oder mich noch ein bisschen mehr zusammenreißen.
Bis mein Körper irgendwann die Reißleine zog.
Der Zusammenbruch kam nicht, weil ich schwach war.
Er kam, weil ich zu lange stark war. Für alle – nur nicht für mich.
Und da habe ich verstanden:
Es lag nie daran, dass ich nicht genug wollte.
Es lag daran, dass ich verlernt hatte, mich selbst wahrzunehmen.
Ich hatte gelernt, Erwartungen zu erfüllen, aber nicht, meine eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen.
Ich hatte gelernt, für andere da zu sein, aber nicht, mich selbst innerlich zu halten.
Und wusste: So kann es nicht weitergehen.
Ich brauchte einen Weg, wie ich wieder Grenzen ohne Schuldgefühle setzen kann, Verantwortung für mein Innenleben zu übernehmen, statt nur zu funktionieren…
… und mit dem ich wieder mehr Farbe in mein Leben lassen konnte.